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17.06.2020, Patricia Weiss Wermuth

Arbeitslos mit Lücke im Lebenslauf?

Sie sind gerade stellensuchend und merken, dass dies vielleicht noch länger dauern könnte? Viele meiner Kunden, die arbeitslos sind, fühlen sich spätestens nach zwei Monaten Arbeitssuche als Versager und sind frustriert. Dabei vergessen sie, dass es ganz vielen ähnlich geht. Bis zu sechs Monate am Suchen zu sein (für Kaderposition bis zu zwölf Monate), betrachte ich als vollkommen normal. Machen Sie sich also nicht wahnsinnig, wenn Sie etwas länger keine Stelle haben, als Sie geplant haben. Wichtig ist aber, diese Zeit sinnvoll zu nutzen. So, dass Sie die Zeit der Stellensuche im Lebenslauf positiv darstellen können. Eine Lücke von bis zu drei Monaten muss im Lebenslauf nicht begründet werden, danach jedoch schon. Gerne zeige ich Ihnen in diesem Blogpost einige Möglichkeiten auf, damit in Ihrem Lebenslauf keine leere Lücke klafft.

 

Ich empfehle Ihnen unbedingt, sich nicht zu 100% nur auf die Stellensuche zu konzentrieren, sondern mit Ihrer Zeit noch zusätzlich etwas Sinnvolles zu tun. Wenn Sie anfangs eine Verschnaufpause brauchen, ist dies absolut nachvollziehbar. Nach zwei bis drei Monaten sollten Sie aber wieder aktiv werden. Doch welche Varianten gibt es, um während der Arbeitslosigkeit etwas Sinnvolles zu tun? Ich sehe verschiedene Möglichkeiten, die arbeitslose Zeit so zu nutzen, dass sich die Lücke im Lebenslauf sehen lässt:

  • Ausbildung: Packen Sie eine neue Ausbildung an, die Sie vielleicht schon lange im Hinterkopf hatten! Dies kann eine längerdauernde Ausbildung sein, wie z.B. ein CAS oder DAS, es darf aber ruhig auch eine Kurzvariante sein, um bestehendes Wissen aufzufrischen oder neue Kompetenzen zu erlernen. Heute gibt es eine Vielzahl an günstigen online-Ausbildungen, die man problemlos auch weiterführen kann, wenn man wieder an einer neuen Stelle am Arbeiten ist. Einem potenziell neuen Arbeitgeber zeigt dies: Sie sind engagiert, Sie sind bereit, Neues zu lernen und die neuen Kompetenzen danach im Arbeitsprozess einzubringen. Vergessen Sie nicht, ein Ausbildungszertifikat zu verlangen, welches Sie dann in Ihren Bewerbungs-Anhang integrieren können.
  • Temporärarbeit: Wenn Sie eine Temporärarbeit annehmen, entsteht in Ihrem Lebenslauf erst gar keine Lücke. Wichtig ist, dass Sie im Lebenslauf unbedingt schreiben, dass es eine befristete Anstellung war. Sonst könnte der Eindruck entstehen, dass Sie nach kurzer Zeit bereits wieder abgesprungen oder entlassen worden sind. Nicht vergessen, nach Abschluss eine Arbeitsbestätigung zu verlangen.
  • Praktikum: Vielleicht wollten Sie schon immer ein Praktikum im sozialen Bereich, im Gartenbau oder in einer IT-Firma machen? Dann los, das ist eine prima Idee! Dabei können Sie neues Wissen erlernen und vielleicht auch Ihre Sozialkompetenzen erweitern. Wenn Sie die Praktikumszeit auf max. drei Monate beschränken, dann entspricht das in etwa der Kündigungsfrist, die auch andere Bewerbende haben, sodass Ihnen daraus kein Nachteil entsteht. Vergessen Sie nicht, sich die Praktikumszeit bescheinigen zu lassen.
  • Freelancer-Tätigkeit: wenn Sie Skills haben, welche Sie auch auf selbstständiger Basis einsetzen können, nutzen Sie dies. Das könnte z.B. IT-Beratung sein, Buchhaltungshilfe für Private oder KMUs, Steuererklärungen, Betreuung von Kindern oder älteren Personen etc. Auch hier ist wichtig, dass Sie um Bestätigungen bitten für Ihre Einsätze.
  • Sabbatical / Auslandaufenthalt / Sprachaufenthalt: Diese Elemente lassen sich meist schlecht kombinieren mit einer Stellensuche. Doch falls Sie schon lange von einer Europareise, einem Sprachaufenthalt in Rom oder einem längeren Familienbesuch im Kosovo geträumt haben, können Sie die stellenlose Zeit natürlich auch nutzen, um diesen Traum zu verwirklichen. Kraft zu tanken, Neues zu erleben, Unbekanntes zu lernen - auch das hat Platz.
  • Freiwilligenarbeit: Mein Herzstück kommt am Schluss. Eine ehrenamtliche Tätigkeit (auch Teilzeit möglich) lässt sich nicht nur auf wunderbar positive Weise im Lebenslauf erwähnen, sondern sie dient einem guten Zweck und kann Ihnen ein grosses Stück Erfüllung bringen. Dabei können Sie erst noch neue Kompetenzen erlernen oder weiterentwickeln und Ihre sozialen Fähigkeiten testen und ausbauen. Wichtig ist meiner Meinung nach, dass Sie wählerisch sind, wenn Sie verschiedene Einsatzmöglichkeiten prüfen. Nicht nur die andere Seite soll profitieren, sondern auch für Sie sollte die Zeit gewinnbringend sein. Vielleicht möchten Sie bei einem solchen Einsatz Ihr Netzwerk ausbauen und spannende Kontakte knüpfen? Oder Sie wollen dabei wachsen, indem Sie Neues lernen und Kompetenzen erweitern? Oder Ihnen liegt vor allem daran, Ihre sozialen Fähigkeiten zu erweitern?

Im Bereich Freiwilligenarbeit gibt es eine Reihe von Internetseiten, die Einsatzmöglichkeiten anbieten. Zum Beispiel:

 

Benevol (viele verschiedene Branchen)

Schweizerisches Rotes Kreuz, Sektion Zürich

Schweizerische Rotes Kreuz Gesamtschweiz

Pro Senectute

Caritas

Bergwaldprojekt

Auch für Auslandeinsätze gibt es viele Anbieter – zum Beispiel:

 

Travelworks

Icye

Volunteerworld

STA Travel

 

Gesucht werden Bewerbungscoaches für Jugendliche, Begleitende für Kinder auf dem Schulweg, Kassiers für Vereine, Projektleiter*innen im Umweltbereich, Vorstandsmitglieder für Hilfswerke, Begleitdienstmitarbeitende im Spital, Kursleiter*innen für Deutschkonversationskurse, Köche und Köchinnen für Seminare und Lager, Mitarbeitende in der Tierpflege und vieles mehr.

 

Freuen Sie sich darauf, während der Stellensuche, die oftmals auch etwas frustrierend sein kann, in einem anderen Bereich positive Erfahrungen machen zu können, Neues zu lernen und damit erst noch etwas Bereicherndes für den Lebenslauf zu tun.

 

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!

Herzliche Grüsse, Patricia